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Wenn
man Bazaar von Grund auf lernt ist vermutlich es am besten, sich
erstmal "ins Getümmel zu stürzen" und Spielbedienung und
Ablauf kennen zu lernen. Ein paar prinzipielle Dinge erkennt man sicher
dabei recht schnell, ein paar andere Dinge erschließen sich
dagegen vermutlich eher spät oder aber gar nicht...
Diese Seite enthält zur Einführung und als Vertiefung ein
paar grundlegende und weiterführende Tipps - wer noch
zusätzliche Ideen und Anregungen hat, die wir hier aufnehmen
sollen: immer her damit ;)
Manche Tipps sind dabei für alle Spieler geeignet, andere setzen
schon etwas mehr Übersicht voraus und könnten Anfänger
unter Umständen auch verwirren. Daher haben wir die Tipps der
Einfachheit halber mal in 3 Kategorien unterteilt. Welche Tipps Euch
weiterhelfen und welche nicht müßt ihr natürlich selbst
entscheiden ;)
= Für Anfänger zu
empfehlen.
= Für Spieler mit etwas
Erfahrung.
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Zu Beginn einer Runde
empfiehlt es sich, sich einen ersten Überblick über die
Tauschtabelle machen. Dabei sollte man die Tabelle in Bezug auf
folgende Fragen untersuchen:
1:1
Tauschmöglichkeiten - welche Farben lassen sich 1:1 gegeneinander tauschen?
Das
ist im Verlauf des Spiels wichtig, wenn es ums
bestmögliche Tauschen geht. 1:1 tauschbare Farben spielen taktisch
eine
herausragende Rolle, da sie beim Tauschen als nahezu äquivalent
behandelt
werden können.
Gibt es
Kombinationstauschmöglichkeiten? - Besonders bei Tabellen mit
wenigen oder keinen 1:1-Tauschmöglichkeiten werden
Kombinationstauschmöglichkeiten wichtig. Der Tausch ist zwar
umständlicher als ein direkter 1:1-Tausch, aber bei manchen
Tabellen ein wirklich hilfreicher Weg.
Beispiel:
  =

  =

Welche Farben sind
nicht einzeln tauschbar? - welche Farben kann man nicht einzeln (einfarbig) wieder
eintauschen? Wenn
eine Farbe nicht einzeln tauschbar ist, so
neigt sie dazu, als „Rest“ auf dem Teppich zu verbleiben und die
Punkteausbeute
beim Kauf zu reduzieren. Es ist daher wichtig, beim Tauschen daran zu
denken,
ob und wie man die (für die aktuell angestrebte Karte
überflüssigen) wieder
abtauschen kann.
Multiplizierer - Neben
Tauschmöglichkeiten, die einem das Verwandeln einer Farbe in eine
andere bringen gibt es auch solche, die einem das vermehren einer
bestimmten Farbe (über 2 oder 3
Tauschzüge) ermöglichen. Solche Züge (im Beispiel
hier wird aus 1x rot in 3 Zügen 2x rot) dauern zwar länger
und mit Zugglück ist man schneller da, nur sollte man sich auf das
Ziehen nur dann verlassen, wenn es anders nicht oder kaum geht.
Beispiel:
 =

= 
indirekte Tauschmöglichkeiten - Neben
Tauschmöglichkeiten, die einem das Verwandeln einer Farbe in eine
andere bringen gibt es auch solche, über die man indirekt
(über 2 oder 3 Tauschzüge) vorteilhafte Kombinationen
ertauschen kann. Natürlich muss man konkrete Züge immer von
den ausliegenden Karten abhängig machen, es gibt jedoch, je nach
Tabelle, oft Kombinationen, die man immer wieder gebrauchen kann.
Beispiel:
  =

 =
 
= 
= 
= 
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Tauschen vs. Ziehen - In manchen Situationen ist
die Frage:
Ziehen oder Tauschen? Der Konflikt liegt dann oft darin, dass Ziehen
die Chance
auf mehr Punkte (durch exaktes Ziehen) bzw. Schnelligkeit verspricht,
während
Tauschen entweder länger / umständlicher ist, oder aber die
gewünschte
Karte schnell, aber nicht exakt bringt und damit Punkte ‚liegen
läßt'.
Welche der beiden Möglichkeiten in
der konkreten Situation sinnvoll ist, hängt von verschiedenen
Faktoren ab, unter anderem von der Tabelle und den Folgen eines
"Fehlzugs". Allgemein geht die Tendenz
aber dazu, die ‚Sicherheit’ des Tauschens dem Risiko eines
ungünstigen Zugs
vorzuziehen – umso mehr wenn die gewünschte Farbe nicht durch
einen 1:1-Tausch
zu bekommen ist.
Geschwindigkeit - Generell
ist es immer gut, für
eine Karte möglichst viele Punkte anzustreben. Man sollte aber
vermeiden, ‚in
Schönheit’ zu sterben. So lohnt es sich selten, vier mal
zusätzlich zu
tauschen, um für eine Karte 3 statt 2 Punkte zu kassieren, da man
dem Gegner so zusätzliche Zeit für dessen Züge
einräumt.
Ein derartiges 'Kämpfen um jeden Punkt' ist allenfalls ganz am
Ende eines knappen Spiels sinnvoll.
Flexibilität - Idealerweise sollte man
beim
spielen immer eine bestimmte Karte anstreben, dabei aber offen sein
für andere
Möglichkeiten. Wenn man für die ursprüngliuch angepeilte
Karte schlecht zieht
ist es oft so, dass das gezogene für eine andere verfügbare
Karte besser passt.
Daher gilt allgemein: Erst Ziehen, dann Tauschen. Wenn ich, um Karte X
zu bekommen, noch 2mal Tauschen und mindestens einmal das Passende
Ziehen muss, dann immer zuerst Ziehen, gegebenfalls tun sich bei einem
im ersten Moment 'falschen' Zug noch zusätzliche
Möglichkeiten auf.
Gegner beobachten - Bei allen Planungen
sollte man
auch die Steine und Aktionen seine(r/s) Gegner im Auge behalten. Wenn
absehbar
ist, dass ein Gegner die Karte, auf die man spekuliert, schneller
bekommt,
sollte man sich frühzeitig umorientieren.
Restkarten beobachten - Auch die
verbleibenden Karten auf den Stapeln
sollte man beobachten, um dem Gegner nicht durch leeren des ersten
Stapels im
falschen Moment zusätzliche Punkte zu ‚schenken’. Ebenso sollte
man gegen Ende
des Spiels die Zahl der verbleibenden Karten beobachten. Besonders in
knappen
Spielen entscheidet oft die letzte Karte über Sieg und Niederlage.
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Auch
wenn es nicht direkt so scheint, das Nachdenken über Punkte und
Punkten ist ein wichtiger Bereich des Spiels, der oft unterschätzt
wird. Die Logik: "ich schaue einfach, dass ich selbst viele Punkte
mache" funktioniert so einfach nicht. Denn: Auch bei Bazaar kann man
den Gegner und dessen Ergebnis maßgeblich beeinflussen:
Wegnehmen - Natürlich ist
das primäre Ziel, selbst hoch zu punkten. Wenn man selbst aber
merkt, dass der Gegner auf eine bestimmte Reihe aus ist und diese
(fast) genau bekommt, kann es durchaus von Vorteil sein, ihm diese
wegzuschnappen, auch wenn man damit eine Menge Steine über
behält. Das bedeutet für den Gegner nicht nur den 'Verlust'
der Punkte, sondern auch ein Umorientieren.
Beachten sollte man dabei, dass man den Überschuss auch wieder
loswerden kann.
Ersten Stapel leeren? -
Wenn der erste Stapel leer ist bringen die weiteren Stapel mehr Punkte.
Soweit klar. Ebenso klar ist dass man bei einer knappen Führung
dem Gegner die Möglichkeit des Aufholens erleichtert, je
früher es mehr Punkte gibt. Andererseits erleichtert es
natürlich das
eigene Aufholen ein wenig, wenn man zurückliegt. Das sollte man im
Hinterkopf haben, wenn man den ersten Stapel leert. Auch das Timing
kann sehr wichtig sein. Leert man
selbst den Stapel und der Gegner holt direkt danach eine genaue Reihe,
dann schneidet man sich oft ins eigene Fleisch. Manchmal ist es nicht
zu ändern, manchmal kann man sich darauf aber auch einstellen und
reagieren.
Aufdecken im Endspiel - Wenn es in einem
knappen Spiel dem Ende zugeht die Wahl besteht zwischen einem Kasten
mit nur noch einer Karte und einem anderen, auf dem sich noch mehr
befinden, dann versucht primär diejenige zu nehmen, die hinterher
einen Stapel leer läßt. So läuft man nicht Gefahr, dem
Gegner eine wertvolle Karte aufzudecken.
Kalkulieren mit Überschuss - Gerade
bei komplizierten Tabellen kommt es immer wieder zu Situationen, wo man
kaum genau oder fast genau auf eine bestimmte Karte kommen kann. In solchen Situationen
empfiehlt es sich, mit dem Überschuss zu kalkulieren. Sprich: Man
schaut, welchen Überschuss man bekommt, wenn man schnell auf eine
Karte geht. Dann schaut man sich die verbleibenden offen liegenden
Karten daraufhin an , ob man mit diesem Überschuss eine dieser
Karten genau und schnell erreichen kann. Das bringt zwar kaum
Punkte für die erste Karte, hat aber den Vorteil der
Geschwindigkeit und bringt auf die zweite Karte eine gute Punktzahl.
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