Bazaar-Taktiktipps
von Lysiana und TheDarkStar

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0. Kurze Vorbemerkung
Wenn man Bazaar von Grund auf lernt ist vermutlich es am besten, sich erstmal "ins Getümmel zu stürzen" und Spielbedienung und Ablauf kennen zu lernen. Ein paar prinzipielle Dinge erkennt man sicher dabei recht schnell, ein paar andere Dinge erschließen sich dagegen vermutlich eher spät oder aber gar nicht...
Diese Seite enthält zur Einführung und als Vertiefung ein paar grundlegende und weiterführende Tipps - wer noch zusätzliche Ideen und Anregungen hat, die wir hier aufnehmen sollen: immer her damit ;)

Manche Tipps sind dabei für alle Spieler geeignet, andere setzen schon etwas mehr Übersicht voraus und könnten Anfänger unter Umständen auch verwirren. Daher haben wir die Tipps der Einfachheit halber mal in 3 Kategorien unterteilt. Welche Tipps Euch weiterhelfen und welche nicht müßt ihr natürlich selbst entscheiden ;)

= Für Anfänger zu empfehlen.
= Für Spieler mit etwas Erfahrung.
1. Überblick verschaffen
Zu Beginn einer Runde empfiehlt es sich, sich einen ersten Überblick über die Tauschtabelle machen. Dabei sollte man die Tabelle in Bezug auf folgende Fragen untersuchen:

1:1 Tauschmöglichkeiten - welche Farben lassen sich 1:1 gegeneinander tauschen?  Das ist im Verlauf des Spiels wichtig, wenn es ums bestmögliche Tauschen geht. 1:1 tauschbare Farben spielen taktisch eine herausragende Rolle, da sie beim Tauschen als nahezu äquivalent behandelt werden können.

Gibt es Kombinationstauschmöglichkeiten? - Besonders bei Tabellen mit wenigen oder keinen 1:1-Tauschmöglichkeiten werden Kombinationstauschmöglichkeiten wichtig. Der Tausch ist zwar umständlicher als ein direkter 1:1-Tausch, aber bei manchen Tabellen ein wirklich hilfreicher Weg.
Beispiel:
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Welche Farben sind nicht einzeln tauschbar? - welche Farben kann man nicht einzeln (einfarbig) wieder eintauschen? Wenn eine Farbe nicht einzeln tauschbar ist, so neigt sie dazu, als „Rest“ auf dem Teppich zu verbleiben und die Punkteausbeute beim Kauf zu reduzieren. Es ist daher wichtig, beim Tauschen daran zu denken, ob und wie man die (für die aktuell angestrebte Karte überflüssigen) wieder abtauschen kann.

Multiplizierer - Neben Tauschmöglichkeiten, die einem das Verwandeln einer Farbe in eine andere bringen gibt es auch solche, die einem das vermehren einer bestimmten Farbe (über 2 oder 3 Tauschzüge)  ermöglichen. Solche Züge (im Beispiel hier wird aus 1x rot in 3 Zügen 2x rot) dauern zwar länger und mit Zugglück ist man schneller da, nur sollte man sich auf das Ziehen nur dann verlassen, wenn es anders nicht  oder kaum geht.
Beispiel:
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indirekte Tauschmöglichkeiten - Neben Tauschmöglichkeiten, die einem das Verwandeln einer Farbe in eine andere bringen gibt es auch solche, über die man indirekt (über 2 oder 3 Tauschzüge) vorteilhafte Kombinationen ertauschen kann. Natürlich muss man konkrete Züge immer von den ausliegenden Karten abhängig machen, es gibt jedoch, je nach Tabelle, oft Kombinationen, die man immer wieder gebrauchen kann.
Beispiel:
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2. Während des Spiels
 
Tauschen vs. Ziehen - In manchen Situationen ist die Frage: Ziehen oder Tauschen? Der Konflikt liegt dann oft darin, dass Ziehen die Chance auf mehr Punkte (durch exaktes Ziehen) bzw. Schnelligkeit verspricht, während Tauschen entweder länger / umständlicher ist, oder aber die gewünschte Karte schnell, aber nicht exakt bringt und damit Punkte ‚liegen läßt'.
Welche der beiden Möglichkeiten in der konkreten Situation sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem von der Tabelle und den Folgen eines "Fehlzugs". Allgemein geht die Tendenz aber dazu, die ‚Sicherheit’ des Tauschens dem Risiko eines ungünstigen Zugs vorzuziehen – umso mehr wenn die gewünschte Farbe nicht durch einen 1:1-Tausch zu bekommen ist.

Geschwindigkeit - Generell ist es immer gut, für eine Karte möglichst viele Punkte anzustreben. Man sollte aber vermeiden, ‚in Schönheit’ zu sterben. So lohnt es sich selten, vier mal zusätzlich zu tauschen, um für eine Karte 3 statt 2 Punkte zu kassieren, da man dem Gegner so zusätzliche Zeit für dessen Züge einräumt.
Ein derartiges 'Kämpfen um jeden Punkt' ist allenfalls ganz am Ende eines knappen Spiels sinnvoll.

Flexibilität - Idealerweise sollte man beim spielen immer eine bestimmte Karte anstreben, dabei aber offen sein für andere Möglichkeiten. Wenn man für die ursprüngliuch angepeilte Karte schlecht zieht ist es oft so, dass das gezogene für eine andere verfügbare Karte besser passt.
Daher gilt allgemein: Erst Ziehen, dann Tauschen. Wenn ich, um Karte X zu bekommen, noch 2mal Tauschen und mindestens einmal das Passende Ziehen muss, dann immer zuerst Ziehen, gegebenfalls tun sich bei einem im ersten Moment 'falschen' Zug noch zusätzliche Möglichkeiten auf.

Gegner beobachten - Bei allen Planungen sollte man auch die Steine und Aktionen seine(r/s) Gegner im Auge behalten. Wenn absehbar ist, dass ein Gegner die Karte, auf die man spekuliert, schneller bekommt, sollte man sich frühzeitig umorientieren.

Restkarten beobachten - Auch die verbleibenden Karten auf den Stapeln sollte man beobachten, um dem Gegner nicht durch leeren des ersten Stapels im falschen Moment zusätzliche Punkte zu ‚schenken’. Ebenso sollte man gegen Ende des Spiels die Zahl der verbleibenden Karten beobachten. Besonders in knappen Spielen entscheidet oft die letzte Karte über Sieg und Niederlage.

3. Punkten
 
Auch wenn es nicht direkt so scheint, das Nachdenken über Punkte und Punkten ist ein wichtiger Bereich des Spiels, der oft unterschätzt wird. Die Logik: "ich schaue einfach, dass ich selbst viele Punkte mache" funktioniert so einfach nicht. Denn: Auch bei Bazaar kann man den Gegner und dessen Ergebnis maßgeblich beeinflussen:

Wegnehmen - Natürlich ist das primäre Ziel, selbst hoch zu punkten. Wenn man selbst aber merkt, dass der Gegner auf eine bestimmte Reihe aus ist und diese (fast) genau bekommt, kann es durchaus von Vorteil sein, ihm diese wegzuschnappen, auch wenn man damit eine Menge Steine über behält. Das bedeutet für den Gegner nicht nur den 'Verlust' der Punkte, sondern auch ein Umorientieren.
Beachten sollte man dabei, dass man den Überschuss auch wieder loswerden kann.

Ersten Stapel leeren? - Wenn der erste Stapel leer ist bringen die weiteren Stapel mehr Punkte. Soweit klar. Ebenso klar ist dass man bei einer knappen Führung dem Gegner die Möglichkeit des Aufholens erleichtert, je früher es mehr Punkte gibt. Andererseits erleichtert es natürlich das eigene Aufholen ein wenig, wenn man zurückliegt. Das sollte man im Hinterkopf haben, wenn man den ersten Stapel leert. Auch das Timing kann sehr wichtig sein. Leert man selbst den Stapel und der Gegner holt direkt danach eine genaue Reihe, dann schneidet man sich oft ins eigene Fleisch. Manchmal ist es nicht zu ändern, manchmal kann man sich darauf aber auch einstellen und reagieren.

Aufdecken im Endspiel - Wenn es in einem knappen Spiel dem Ende zugeht die Wahl besteht zwischen einem Kasten mit nur noch einer Karte und einem anderen, auf dem sich noch mehr befinden, dann versucht primär diejenige zu nehmen, die hinterher einen Stapel leer läßt. So läuft man nicht Gefahr, dem Gegner eine wertvolle Karte aufzudecken.

Kalkulieren mit Überschuss - Gerade bei komplizierten Tabellen kommt es immer wieder zu Situationen, wo man kaum genau oder fast genau auf eine bestimmte Karte kommen kann. In solchen Situationen empfiehlt es sich, mit dem Überschuss zu kalkulieren. Sprich: Man schaut, welchen Überschuss man bekommt, wenn man schnell auf eine Karte geht. Dann schaut man sich die verbleibenden offen liegenden Karten daraufhin an , ob man mit diesem Überschuss eine dieser Karten genau und schnell erreichen kann. Das bringt zwar kaum Punkte für die erste Karte, hat aber den Vorteil der Geschwindigkeit und bringt auf die zweite Karte eine gute Punktzahl.
in diesem Sinne: Vie Erfolg :)